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Conference

City Girls

Dämonen, Vamps & Bubiköpfe in den 20er Jahren

Jul 4, 2009

In den 20er Jahren erobert das CITY GIRL die Kino-Leinwände. Die Heldinnen treten in einem neuen Look auf: mit Bubikopf, kurzem Rock und Zigarette. Ihr Schauplatz ist die Großstadt. Die Frauenbilder der 20er Jahre – die Bubiköpfe und Backfische, Flapper, Working Girls und Vamps – sind Ausdruck eines veränderten Rollenverständnisses der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bohemiennes, Sexualreformerinnen, technische und okkulte Medien sprengen wilhelminische Geschlechternormen. Rauschgift, Trance und Exzess kreieren für eine kurze Zeitperiode einen ver-rückten Kosmos. Weiblichkeit, Großstadt und Moderne verdichten sich zum Mythos der ‚Neuen Frau‘.

Das Bild der Neuen Frau ist nicht mehr von den drei „K’s“ (Kinder, Küche, Kirche), sondern von den drei „M‘s“ (Mode, Metropole, Medien) geprägt. Weibliche Selbstständigkeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit durch Berufstätigkeit führen aber auch in die „Fröste der Freiheit“. Film und Fotografie, Literatur und bildende Kunst nehmen diese Veränderungen im Geschlechterverhältnis auf und entfalten sie im Bild der Neuen Frau. So reflektierte zuletzt die Retrospektive der Berlinale 2007 „City Girls. Frauenbilder im Stummfilm“ die Darstellung dieses neuen Frauentyps.

Dem Bild der Neuen Frau als internationales, interkulturelles und intermediales Phänomen der Moderne widmet sich dieses Symposium mit Filmvorführungen und mit wissenschaftlichen Vorträgen. Anlass ist der 65. Geburtstag von Christina von Braun und Inge Stephan.

Programm

Am 4. Juli finden im ICI Kulturlabor Berlin wissenschaftliche Vorträge u.a. zu okkulten Medien und frühem Stummfilm (Dorothea Dornhof), zur Figur der ver-rückten Bohemienne (Gabi Dietze), zu Murnaus „City Girl“ (1930) (Astrid Deuber-Mankowsky), zur deutschen Rezeption der Flapper-Filmstars Clara Bow und Colleen Moore (Isabelle Stauffer), zu subversiven Traumdiskursen von Germaine Dulac bis zu Pipilotti Rist (Dagmar von Hoff) und zu City Girls im Büro (Annegret Pelz) statt.

Im Berliner Kino Babylon werden am Abend des 2. Juli sowie ganztägig am 3. Juli die folgenden Stummfilme gespielt: Urban Gads „Engelein“ (1913/14), Ernst Lubitschs „Die Austernprinzessin“ (1919), Per Lindbergs „Norrtullsligan“ (1923), Clarence Badgers „It“ (1926/27) und Bruno Rahns „Dirnentragödie“ (1927).

Flyer (1,1 MB)   Plakat (1,1 MB)

Veranstalter

Das Symposium wird veranstaltet vom Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien, von dem Graduiertenkolleg „Geschlecht als Wissenskategorie“, dem Institut für deutsche Literatur und dem Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin sowie von der Arbeitsstelle für feministische Literaturwissenschaft der Universität Hamburg

Organisation

Ulrike Auga, Claudia Bruns, Dorothea Dornhof, Julia Freytag, Gabriele Jähnert, Alexandra Tacke

Mit Unterstützung des ICI Berlin


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