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Die blaue Blume der Präsenz

Gumbrecht und Vattimo im Gespräch

Dec 10, 2007

Die zweite Spannungsübung widmet sich zum Abschluss des "Jahres der Geisteswissenschaften" der dominierenden Methode der Geisteswissenschaften, der Hermeneutik. Dazu sind zwei Denker von Rang eingeladen, die sich über Jahrzehnte theoretisch engagiert mit Hermeneutik und Interpretation in allen ihren Dimensionen beschäftigt haben und die in dieser Frage zugleich als Antipoden bezeichnet werden können: Hans Ulrich Gumbrecht und Gianni Vattimo.

Moderation: Luca Di Blasi / Christoph Holzhey

Die blaue Blume der Präsenz
Für viele Geistes- und Kulturwissenschaftler bedeutet der vor vierzig Jahren von Richard Rorty verkündete linguistic turn die frohe Botschaft, dass nun, nach Gott und der Metaphysik, auch die 'Realität' ihre Macht über uns verloren habe und wir dadurch nie gekannte Freiheitsspielräume erringen könnten. Die so genannte 68er Bewegung ist ohne diese theoretischen Voraussetzungen nicht denkbar. Zugleich verbinden wir mit der gleichen Bewegung auch eine antihermeneutische Tendenz in Richtung Körperlichkeit, Leidenschaft, Präsenz und gegen eine anämische Interpretationskultur. Um diese verwirrende Konfliktlinie soll es in der zweiten Spannungsübung gehen. Was hier verhandelt wird, betrifft im weiteren auch Grundfragen der Politik, der Philosophie, der Religion: Ist die Sehnsucht nach Präsenzerfahrungen und einer Substantialität des Seins politisch gefährlich oder gar diskreditiert, oder ist sie, zumindest als Korrektiv, unaufgebbar? Ist der Mensch zur ständigen Selbst- und Naturtranszendierung angelegt, oder gilt es, endlich zur Welt zu kommen? Ist ein unendlicher Aufschub unser Schicksal, oder sind starke Formen von Präsenz (Realpräsenz, Epiphanie, Parusie, Erlösung) unverzichtbar?


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