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Dante/Weiss. Inferni

Feb 4,19:30, 2014

Mit Frank Arnold und Fabrizio Gifuni  

Konzept: Agnese Grieco

Nel mezzo del cammin di nostra vita
mi ritrovai per una selva oscura
ché la diritta via era smarrita.
Ahi quanto a dir qual era è cosa dura
esta selva selvaggia e aspra e forte
che nel pensier rinova la paura!
Tant’è amara che poco è più morte;
ma per trattar del ben ch’i’  vi trovai 
dirò de l’altre cose ch’i’ v’ho scorte
Dante Alighieri, Inferno, Canto I


Vergangenheit und Gegenwart, Dichtung und Dasein, Glaube und Gottlosigkeit: Dantes Divina Commedia regte Peter Weiss zu einer jahrelangen Auseinandersetzung mit dem Ungeheuerlichen der eigenen Geschichte an.  Es sind die Sechziger Jahre in Deutschland, der emigrierte Schriftsteller kommt nach dem Holocaust in die Heimat zurück und begibt sich in einen Dialog mit dem Dichter Dante. Das Inferno bildet für ihn den Auftakt der Reise. Durch die Jahrhunderte hindurch wirken die Höllenvisionen wie Katalysatoren, die ein Denken in alle Richtungen ermöglichen. Bereits Dante hat sich mit grundsätzlichen Fragen von Politik und Schuld beschäftigt, seine erfundenen Szenarien sprengen die Grenzen der bloßen Realität, die Dichtersprache herrscht souverän. In einer kontrapunktischen Textmontage aus Passagen von Dante und Peter Weiss will die szenische Lesung einen Einblick in die Inferno-Vorstellungen der beiden Dichter geben.

Ich bin durch eine Stadt gegangen
die der Stadt in der ich aufwuchs ähnlich war
Die Strassen trugen Namen die ich kannte
Und wer mir hier begegnete sprach eine Sprache
die wie meine Sprache klang
Ich sah wie die Bewohner lachend
über die gepflegte Plätze gingen
auf denen gestern noch die Scheiterhaufen brannten

Peter Weiss, Inferno


Agnese Grieco, Autorin, Dramaturgin und Theaterregisseurin, arbeitet seit Jahren in Italien und Deutschland, unter anderen an der Volksbühne Berlin, dem Theater Rampe Stuttgart und dem Teatro Stabile di Torino sowie am Mailänder Elfo-Puccini. Bei Il Saggiatore hat sie die Bücher Per Amore und Anatomia di una Rivolta veröffentlicht.  

Fabrizio Gifuni, Theater- und Kinoschauspieler, hat Aufführungen konzipiert, die sich mit dem Werk von Schriftstellern wie Cesare Pavese, Pier Paolo Pasolini und Carlo Emilio Gadda auseinandersetzen und darin mitgewirkt. Im Jahr 2004 hat er den Filmpreis Nastro d’argento für den Film La meglio Gioventù (Regie Marco Tullio Giordana) erhalten. Für seine Interpretation von Aldo Moro in Romanzo di una strage hat er den Gian Maria Volonté-Preis gewonnen. 

Frank Arnold, Schauspieler, Regisseur, Dramaturg, hat sich in den letzten zwanzig Jahren vor allem auf die Vermittlung von Literatur in Lesungen, Radio- und CD-Produktionen konzentriert. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehproduktionen sowie Hörbücher und Lesungen ließen seine Stimme zu einer der bekanntesten in Deutschland werden.


Zeit: Dienstag, 4. Februar 2014, 19:30
Ort:
ICI Berlin
Auf Deutsch und Italienisch


Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Istituto Italiano di Cultura di Berlino und des ICI Berlin.


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