Event


Book Presentation

Und das Leben geht weiter

May 15, 2009

Drei aktuelle Publikationen zu Biopolitik, Gender, Film, Kunst und  Wissenschaft

Die Bibliothek / Mediathek der Kunsthochschule für Medien Köln lädt ein:

Begrüßung durch Birgit Trogemann (Bibliothek/Mediathek) und durch die Rektorin Prof. Dr. Marie-Luise Angerer.

Die HerausgeberInnen stellen die drei Bände vor und diskutieren ihren Blick auf die gegenwärtigen Veränderungen in Theorie, Kultur, Gesellschaft.
Moderation: Drehli Robnik (Wien) und Karin Harrasser (KHM)

Marie-Luise Angerer, Christiane König (Hg.): Gender goes Life. Die Lebenswissenschaften als Herausforderung für die Gender Studies. Bielefeld: transcript 2008.

Sabeth Buchmann, Helmut Draxler und Stephan Geene (Hg.): Film, Avantgarde und Biopolitik. Wien: Akademie der Bildenden Künste/ Schlebrügge. Editor 2009.

Astrid Deuber-Mankowsky, Christoph F. E. Holzhey, Anja Michaelsen (Hg.): Der Einsatz des Lebens. Lebenswissen, Medialisierung, Geschlecht. Berlin: b_books 2009. (Gedruckt mit Unterstützung des ICI Berlin).

Zeit
15. Mai, 15:00

Ort
Bibliothek/Mediathek der Kunsthochschule für Medien Köln
Rheingasse, Overstolzenhaus


 

Angerer/König: Gender goes Life. Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich »Gender als Wissenskategorie« in den geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen etabliert. Bis vor wenigen Jahren waren hierbei poststrukturalistische sowie psychoanalytische Theorien zentral, um Fragen nach Körperlichkeit, sexueller Differenz und geschlechtlicher Identität zu bearbeiten. Heute bedingt die durchgreifende Digitalisierung von Wissenschaft und Gesellschaft eine Revision dieser Kategorie, da das Leben sich selbst zum neuen Agenten macht. Natur, Körper und Leben haben heute eine Eigenmächtigkeit erhalten, durch die sich das klassische Mantra – Klasse, Geschlecht, Ethnie – einmal mehr als künstliche, politisch willkürliche und gesellschaftlich kontrollierte Zuordnung erweist.


 

Buchmann/Draxler/Geene: Film, Avantgarde und Biopolitik. Der Reader dokumentiert die Ergebnisse eines Forschungsprojekts an der Jan-van-Eyck-Akademie und dreier Symposien zum Thema „Biopolitik“, die sich mit dem Topos der Biopolitik im Kontext des Mediums Film auseinandersetzten, „Film“ verstanden als Medium, das für die historischen Avantgarden der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und in ihren Revivals der sechziger bis neunziger Jahre eine Schlüsselfunktion übernehmen sollte.
Die Fragestellung des Readers setzt bei den Widersprüchen und Aporien von „Biopolitik“ an und verfolgt den von Michel Foucault postulierten „Imperativ der Lebensoptimierung“ in den sozialrevolutionären, transgressiven Praktiken der ästhetischen und politischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts. Bei aller methodischen Diversität der Beiträge ist es der Anspruch dieser Publikation, das umrissene lebenswissenschaftliche Feld philosophisch, kunst- / filmwissenschaftlich und diskurstheoretisch umfassend zu bearbeiten.


 

Deuber-Mankowsky/Holzhey/Michaelsen: Der Einsatz des Lebens. Die kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen, die mit der "lebenswissenschaftlichen Wende" einhergehen, sind seit längerem Thema von kulturwissenschaftlicher Forschung. Wenig untersucht ist bisher jedoch die Frage, wie sich das kulturwissenschaftliche Wissen durch diese „lebenswissenschaftliche Wende“ selbst verändert. Die Aufsätze des vorliegenden Bandes zeigen, dass die Kulturwissenschaften, von der Film- und Medienwissenschaft, über die Philosophie, die  Kultur- und Wissensgeschichte bis hin zu den Gender- und Queer Studies längst an der Bildung des Wissens und der Begriffe vom Leben teilhaben. Sie beziehen sich auf die neu geschaffenen Realitäten und sind selbst Bestandteil der Veränderung. Der Begriff des Lebenswissens öffnet ein Spannungsfeld, in dem sich die unterschiedlichen Beiträge der wissenschaftlichen Disziplinen zum Begriff des Lebens begegnen, manchmal verbinden und manchmal auch abstoßen.


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