Buchvorstellung Antke Engel


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Vortrag: A. Engel | 50:02

Book Presentation ICI Berlin

Bilder von Sexualität und Ökonomie

Antke Engel beim Bilder lesen und im Gespräch mit Nina Schulz

May 2009

Gibt es eine intime Beziehung zwischen sexueller Freiheit und Marktfreiheit? Bilder dissidenter Sexualität und geschlechtlicher Ambiguität finden sich heute nicht nur in sexueller Subkultur, sondern auch in Kunst und kommerzieller Werbung. Die entstehenden Überlappungsfelder – queere Diskurse in kommerziellen ebenso wie neoliberale Diskurse in queeren visuellen Produkten – sind Schauplätze kultureller Politiken. Antke Engel führt den Begriff der „projektiven Integration“ ein, um zu zeigen, dass dort, wo vormals Abwehr oder Assimilation propagiert wurde, heute Differenzen als kulturelles Kapital codiert und ökonomisch verwertbar werden. Es zeigt sich, dass diese affirmativen Investitionen in Differenz maßgeblich über Sexualität vermittelt sind. Genau hieraus erwachsen jedoch auch Möglichkeiten queerer Herrschaftskritik. 

In acht close readings von visuellem Bildmaterial lotet Antke Engel in ihrem neuen Buch das Verhältnis von Sexualität und Ökonomie aus und entwickelt eine queere Kritik neoliberaler Entwicklungen. Die Lektüre des Coverbildes, eine Collage der Wiener Künstlerin Ines Doujak, soll vorgestellt werden. Anhand dieser Lektüre wird das Paradox als eine Figur eingeführt, die es erlaubt, die Analyse sozio-ökonomischer, psychischer und symbolisch-kultureller Prozesse miteinander zu verbinden. Der Einsatz von Paradoxien erscheint deshalb interessant, weil er einerseits dazu dient rigide binäre Geschlechter- und Sexualitätsvorstellungen in Bewegung zu versetzen, andererseits aber auch zur Durchsetzung neoliberale Transformationen beiträgt. Argumentiert werden soll, dass Paradoxien genau dann ein kritisches Potenzial entfalten, wenn sie nicht aufgelöst oder in antagonistische Widersprüche übersetzt werden.

Im Gespräch mit der Journalistin und Queer-Aktivistin Nina Schulz sollen sowohl Fragen queerer Ökonomiekritik als auch die Methoden der Bildlektüre und ihre politischen Potenziale diskutiert werden.

Antke Engel ist Direktorin des Institute for Queer Theory und seit Herbst 2007 Fellow am ICI Berlin. Ihr Buch Bilder von Sexualität und Ökonomie. Queere kulturelle Politiken im Neoliberalismus wurde durch ein Fellowship des ICI Berlin gefördert und erschien im April 2009 bei transcript in Bielefeld.

 




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