S04 Lampugnani


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Spannungsübung ICI Berlin

Ausweitung der Erinnerungszone

Eine Diskussion zwischen Vittorio M. Lampugnani und Hans Kollhoff

Nov 2010

Anlässlich der Veröffentlichung seines zweibändigen Opus „Die Stadt im 20. Jahrhundert“ diskutiert Vittorio Magnago Lampugnani mit Hans Kollhoff über kulturelle Dimensionen von Architektur und Städtebau und über die neue Relevanz der Tradition.

Im Zuge des 20. Jahrestages der Wiedervereinigung ist viel über die sozialen und politischen Folgen der deutschen Einheit gesprochen worden, aber wenig über ihre kulturelle Dimension. Kollhoff und Lampugnani sind nicht nur zwei herausragende Architekten und Achitekturtheoretiker, sondern auch Protagonisten des sogenannten “Berliner Architekturstreits“, der wenige Jahre nach dem Fall der Mauer ausbrach und darauf abzielte, das Verhältnis zur architektonischen und städtebaulichen Tradition neu zu justieren.

So kontrovers ihr damaliges Plädoyer für eine rationale, nüchterne Ästhetik der Ruhe, für handwerkliche Könnerschaft, für ästhetische Beständigkeit und für die verdichtete und um eine Mitte geordnete europäische Stadt, diskutiert wurde, so konsensfähig erscheinen diese Positionen heute. Was hat es zu bedeuten, dass Dekonstruktion und Postmoderne in der Architektur verblassen, während sich traditionell anmutende Formensprachen und Materialien ungebrochener, ja wachsender Beliebtheit erfreuen? Ist ein Neo-Klassizismus die nachhaltigere Antwort auf jene Orientierungskrise, die bereits vor 30 Jahren die Postmoderne hervorbrachte? Und ist Berlin – nicht nur mit der geplanten Rekonstruktion seines Stadtschlosses – dabei, an seine barocke und klassizistische Tradition anzuknüpfen?

Die Diskussion wird von Luca Di Blasi moderiert und findet im Rahmen der ICI Spannungsübungen statt.

Vittorio Magnago Lampugnani, 1951 in Rom geboren, war 1990–1995 Direktor des Deutschen Architektur Museums in Frankfurt am Main (DAM) und Herausgeber der Architekturzeitschrift "domus". Er arbeitet als Architekt in Mailand und lehrt Geschichte des Städtebaus an der ETH Zürich. Im Verlag Klaus Wagenbach erschienen „Die Modernität des Dauerhaften“ (1995) und „Verhaltene Geschwindigkeit. Die Zukunft der telematischen Stadt“ (2002) sowie „Die Stadt im 20. Jahrhundert. Visionen, Entwürfe, Gebautes" (2010). Nicht zuletzt durch seine vielbeachteten und weltweit kontrovers diskutierten Bücher erwarb sich Lampugnani den Ruf als einer der international bedeutendsten Städtebautheoretiker. Seine eigenen städtebaulichen Projekte sind im Buch "Stadtarchitekturen" (11. Band der Reihe De aedibus, Quart Verlag, Luzern, 2006) dokumentiert.

Hans Kollhoff, geboren 1946 in Lobenstein/Thüringen, studierte von 1968-75 Architektur an der Universität Karlsruhe. Seit 1978 hat er ein selbständiges Büro in Berlin. Seit 1990 ist er Professor für Architektur und Konstruktion an der ETH Zürich. 1999 gründete er ein Büro in Rotkreuz/Schweiz, 2000 eines in Rotterdam/Niederlande. Seit 2004 ist er Präsident der Internationalen Bauakademie Berlin.

Luca Di Blasi, geboren 1967 in Luzern (Schweiz), ist wissenschaftlicher Assistent am ICI Berlin und Lehrbeauftragter an der Universität Flensburg. Er promovierte im Fach Philosophie mit einer Arbeit über den Gnostizismus. Thematische Schwerpunkte: Philosophie, Kunst- und Medientheorie

Die ICI-Reihe Spannungsübungen

Grundanliegen der ICI-Spannungsübungen ist es, Spannungen der Gegenwart in einem entspannten Rahmen anzusprechen. Der Name "Spannungsübungen" nimmt Bezug auf das ICI-Leitprojekt Tension/Spannung. Dabei sollen grundlegende Differenzen offen gelegt, aber nicht dramatisiert werden. Vielmehr soll erkundet werden, wie man produktiv und spielerisch mit Spannungen umgehen kann. Nicht zuletzt unterstreicht der Name "Spannungsübungen" den experimentellen Charakter, dem sich das ICI Kulturlabor verpflichtet fühlt. Gäste der bisherigen Spannungsübungen waren Vittorio Hösle, Boris Groys, Gianni Vattimo, Hans Ulrich Gumbrecht, Wendy Brown und Rainer Forst.

Flyer

Poster

Pressebericht (taz vom 18.11.2010)

Zeit: 16.11., 19:30

Ort: ICI Berlin

Eine Veranstaltung des ICI Berlin in Kooperation mit dem Verlag Klaus Wagenbach.




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